Dass Feiertag ist, merkt man hier kaum. Doch, es ist weniger
Verkehr, die Glocken läuten häufiger, und es gibt mittags Eis als Nachtisch.
Ansonsten läuft der Tag im normalen Rhythmus ab. Ich nehme
mir morgens nach dem Frühstück eine kurze, aber innige Vietelstunde zum Gebet auf der Gartenbank, bevor ich mich
zur Anbetung begebe. Beten vor dem Beten sozusagen. Aber was wird hier nicht zu
Gebet. Bei der Anbetung merke ich, dass ich tatsächlich angekommen bin, dass
die Stille in mir angekommen ist, dass ich so offen und durchlässig werde, wie
ich es mir jedesmal wünsche und jedesmal so hart erarbeiten muss. Erst wenn ich
denke, das wird nichts mehr, wird mir dieses Erlebnis wieder geschenkt. Und
dann weiß ich wieder, warum ich mir diese Woche jedes Jahr nehme.
Nach einer Stunde überkommt mich heftige Müdigkeit. Ich habe
zwar gut geschlafen, aber nur bis fünf Uhr. Und da ich beschlossen habe, Gebet
nicht als Leistungssport zu betreiben, sondern mich einfach treiben zu lassen
zu dem, was mir gut tut, beende ich die Anbetung und lege mich noch mal ins
Bett, wo ich tatsächlich für eine wunderbare halbe Stunde einschlafe, in dem
Gefühl, dass Gott auch in meinem Zimmer präsent ist.
Danach tue ich das, was ich schon länger vorhabe. Ich laufe durch
den Garten und fotografiere Blumen. Leider hab ich die große Kamera zu Hause
vergessen, aber das Handy macht auch ganz anständige Bilder. Und Fotografieren
ist so eine tolle Schule für das Sehen. Ich nehme die Schönheit der Blumen viel
intensiver wahr, wenn ich mich fotografisch mit ihnen beschäftige.
Anschließend lasse ich mich auf einer Gartenbank nieder, schaue die Fotos und bin so ganz und gar da und im Augenblick und durchdrungen von Gottes Gegenwart, dass ich weiß, all die Mühen der letzten Tage, die z.T. zähen Anbetungsstunden haben sich gelohnt schon für diesen einen intensiven Moment. Stille und Gebet haben zusammen eine so ungeheure heilsame Kraft, dass ich geneigt bin zu glauben, sie können tatsächlich alles wandeln.
Anschließend lasse ich mich auf einer Gartenbank nieder, schaue die Fotos und bin so ganz und gar da und im Augenblick und durchdrungen von Gottes Gegenwart, dass ich weiß, all die Mühen der letzten Tage, die z.T. zähen Anbetungsstunden haben sich gelohnt schon für diesen einen intensiven Moment. Stille und Gebet haben zusammen eine so ungeheure heilsame Kraft, dass ich geneigt bin zu glauben, sie können tatsächlich alles wandeln.
Mittags stelle ich erfreut fest, dass das vegetarische Essen
hier mittlerweile doch recht genießbar ist. Im ersten Jahr bin ich damit einige
Male so bös reingefallen, dass ich es danach immer eher gemieden haben. Aber
die gefüllte Zucchini heute war recht lecker, und dazu Spargel und
Kartoffelpüree, das war ein feines Essen. Und danach eben Eis, weil Feiertag.
Das heutige Gespräch fand ich deutlich fruchtbarer als die
letzten Male. Ich brauch doch etwas mehr als einen groben Hinweis, was ich mal
näher betrachten soll. Und diesmal nehme ich einige gute Impulse zu Kreuz und
Eucharistie mit, sowie einige Hinweise zur morgigen Beichte.
Dafür ist die nächmittägliche Anbetungsstunde zäh und eine
Übung in Treue und Beständigkeit, wenn man sich eineinviertel Stunde
ununterbrochen fragt, was mach ich eigentlich hier. Sitzen und still sein – das
muss reichen. Ich weiß ja, dass auch in diesen scheinbar so vergeudeten Stunden
etwas passiert. Es zeigt sich dann eben später.
Abends, als ich zur Eucharistiefeier gehe, bekomme ich mit,
wie sich ein paar Teilnehmer der anderen Gruppe im Treppenhaus unterhalten (!).
Anscheinend läuft es da nicht so rund, es klingt nach Krisengespräch. Darauf
hätte ich ja nun so gar keine Lust. Ich bin ja bereit, mich mit fast jeder Form
von Exerzitien abzufinden, so lange ich genug Zeit für Stille und Gebet habe.
Alles andere nehme ich, wie es kommt. Auf keinen Fall würde ich meine Energie
darauf verschwenden wollen, Abläufe oder Strukturen zu ändern. Ich würde das
dann eher als Übung in Anpassungsbereitschaft und Duldsamkeit sehen.
Die Eucharistiefeier gibt mir heute sehr viel. Die
nachmittäglichen Gedanken dazu wirken noch nach.
Und nachdem ich dort im Meditationsraum eine Stunde bei
sperrangelweit offenem Fenster gefroren habe (ich bin ja weiß Gott eine Frischluftfanatikerin,
aber das war dann selbst mir ein Zuviel an frischer und vor allem kalter Luft),
werde ich mir jetzt eine feine Wärmflasche machen. Wo ich das ganze Equipment
dafür wie ein echtes Weichei schon mitgeschleppt habe, kann ich es auch wenigstens
einmal nutzen. Und dann ab ins Bett mit Buch und guten Gedanken – und
hoffentlich gutem Schlaf.
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