Müde, müde, müde. Der Tag war lang und anstrengend. Total
herausgerisssen aus dem Hier und Jetzt, zurückgeworfen ins Dort und Dann. Aber
es hat sich gelohnt. Die Firmung war wirklich schön. Ich hatte mir nach der
schrecklichen Erstkommunion-Messe in Frankfurt nicht viel von der Firmmesse
erwartet und war dann sehr positiv überrascht. Es war feierlich, die Leute
waren angemessen ruhig, und bei der Predigt des Weihbischofs hätte man
zwischenzeitlich eine Stecknadel fallen hören können, so still war es. So viel
gebannte Aufmerksamkeit habe ich selten in einer Messe erlebt.
Und natürlich ein bisschen Rührung, als meine Butterblümchen
gefirmt wurden und über die Geschenke und guten Worte hinterher. Ein Geschenk
besonders tückisch, weil es mich dazu verführt, es im nächsten Jahr noch mal zu
wagen mit einer Firmgruppe. Da kennt jemand sehr genau die Knöpfe, die er bei
mir drücken muss. Aber wir werden sehen...
Nach all dem Trubel war ich froh, zurück ins Kloster zu
kommen, auch wenn ich das Gefühl habe, ich fange wieder von vorn ab. Aber nicht
ganz, denn einige Anspannungen ganz unterschiedlicher Natur sind heute von mir
abgefallen, und ich hoffe, das bremst das Gedankenkarussell ein wenig ab.
Abendessen, Eucharistiefeier, bei der ich so platt bin, dass
ich kaum Piep sagen kann. Aber was für ein Kontrast. Morgens Messe mit
hunderten von Menschen in der brechend vollen Kirche. Und abends Eucharistie im
ganz kleinen Kreis von neun Leuten. Und doch im Kern dasselbe. Schön die
Varianten, schön die Konstanten.
Und nun falle ich todmüde ins Bett und schlafe den Schlaf
der rechtschaffen müden Firmkatechetin.
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